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Versöhnung

- heutige Aktualität der Beichte -

Uuuaarg – zieht sich bei Euch auch alles zusammen, wenn ihr „Beichte“ hört? Fast so verlockend wie das Wort „Wurzelbehandlung“?

Wow, ich habe exakt eine Chance, etwas zu beschreiben und zu erklären, was mir persönlich so wichtig und wertvoll ist. Ich werde es versuchen, mein Bestes geben und sonst … sprecht mich doch einfach an.

 

Besonders in unserer Gesellschaft haben wir …. ALLES! - Die meisten bahnbrechenden Dinge sind erfunden wie Penicillin, das Rad oder die Waschmaschine. Es gibt kaum etwas, was wir uns nicht leisten können und doch sind wir nicht die glücklichste oder gar zufriedenste Gesellschaft der Erde. Nein – bei Weitem nicht.

Wir streben immer noch weiter – aber wohin? Neben vielfältigen, verschiedenen Gründen ist einer sicher, daß wir uns selten für das LEBEN und unser Glück entscheiden, sondern eher bemüht sind in eigener Aktion unseren Seelenfrieden und Ruhe zu schaffen.  - Frieden, Ruhe, Annahme, „sein dürfen“, gesehen werden, … so daß Stressless-Kurse und Life-Balance-Workshops in aller Munde sind.

Doch es gibt ein Sakrament in unserer Kirche, welches uns sogar noch mehr als das schenken möchte: Das Versöhnungssakrament.

Wenn Ihr an Beichte denkt, stehen vermutlich so Sätze wie: „ich muß nach Fehlern suchen, bin unvollkommen, schlecht, unrecht, fehlerhaft und defizitär“ im Vordergrund, oder? Natürlich könnte man sagen „ich mache das alles mit Gott allein aus!“. Aber kommt das an? Kommt das bei MIR an?

Kirchenväter wie Irenäus von Lyon, empfehlen sogar die tägliche, eigenen Gewissenserforschung – nicht als mutwillige Selbstkritik – sondern um wahrzunehmen was ich noch benötige auf meiner „göttlichen Mission“, in meinem Leben und meiner Beziehung zu Gott. Und irgendwann, nach ein paar Wochen, komme ich vielleicht an einen Punkt, an dem ich sagen kann „Jub, alles ok soweit, bin zufrieden. Doch es gibt 3 Punkte an denen komme ich einfach nicht weiter – sie holen mich immer wieder ein.“ DIE gebe ich im Versöhnungssakrament Gott hin.

 

Gott möchte uns nicht demütigen oder klein machen. Er braucht keine Kriecher, selbstmitleidige Kreaturen oder selbstbestrafende Opfer. ER will unser Wachstum, das Leben, uns beflügeln, uns ins Licht und in die Liebe bringen – mehr als wir selbst es uns für uns vorstellen können oder uns erlauben würden. Er ist an aufrichtiger Beziehung interessiert, in welcher ich ihm auf Augenhöge begegnen darf - sofern ich dies aushalte!?

Es stellt sich also eher die Frage, wann konnte ich ihm und den Menschen in meiner Umgebung nicht mit Liebe begegnen? Wie sehr vertraue ich Gott? Wann gelingt es mir nicht? Was hindert mich an einer echten Beziehung zu Jesus? Was limitiert mich in meinen Kontakten zu meinen Mitmenschen? Wann gehe ich nicht gut mit mir selbst um? (Überfordere mich, beute mich aus, bestrafe mich, vergesse zu LEBEN, statt zu überleben?)

 

Ich glaube daran, daß Gott mir jeden Tag und immer wieder alles offenhält ich nur mit und in IHM wahre Liebe und Vollkommenheit erleben kann und es meine von IHM gegebene Bestimmung ist, zu dieser Liebe zu gelangen. Ich spüre immer wieder wie wenig ich doch dazu in der Lage bin und dann törichte Dummheiten begehe.

ABER, ich darf ihm all das bringen, geben und wandeln lassen. Und dafür nutzte ich das Versöhnungssakrament. Ein Sakrament in der wahre „Beziehungsarbeit“ stattfinden darf.

Ja, in diesem Gespräch sitzt mir ein Mensch gegenüber. Eine Wohltat – ein Mensch, der versucht sich mit mir zusammen Gott und seinen Verheißungen anzunähern. Und wir sind nicht allein dort in diesem Raum: auch Gott ist dort mit uns, führt uns und lenkt. Wir drei dürfen uns dabei begegnen und den Priester als „Brücke“ nutzen, der an uns nichts tut oder wirken muß, uns aber Gottes Wirkung begreiflicher oder näher erfahren lassen kann. Er kann mir bei meiner Beziehungsarbeit konkrete Hilfestellungen geben, mit Rat und Tat zur Seite stehen, Gedanken beisteuern, auf die ich selbst nie gekommen wäre oder mir einen Zuspruch gewähren und einen Neuanfang, den ich mir selbst nicht zugestehen würde.

Sein Job ist es nicht zu urteilen oder zu bewerten – sondern offen zu sein, sich von Gott leiten zu lassen und als „Werkzeug“ Gottes zu fungieren. (Wie auch immer das dann aussehen mag!) Soweit zumindest meine idealisierte Vorstellung zu diesem Sakrament 😊

Und natürlich sind es Menschen, mit denen wir dort zu tun haben. Und wie in allen Jobs findet man auch beim göttlichen Bodenpersonal sonderbare Personen, oder?

Andererseits … vielleicht hören oder erfahren wir genau in diesen skurrilen Situationen etwas ganz Wichtiges, welches erst später offenbar wird.

Es sind geschenkte Augenblicke, in denen wahre Begegnung und Heilung stattfindet. Hier findet eine radikale Öffnung meiner selbst statt, in welcher ich Gott eindringen lassen, ihn hineinrufe um etwas zu bewirken, daß mir niemand anders geben könnte.

Wenn ich mich wieder voll und ganz in diesem göttlichen Vertrauen wiegen kann und darf, glaubt Ihr nicht, ich könnte auch andern mit mehr inneren Frieden, Ruhe und Gelassenheit begegnen und habe mehr Möglichkeiten zu agieren?  Befreit von eigenen Limits, unverzeihlichen Gedanken, Enttäuschungen, Täuschungen und Unaufrichtigkeiten darf ich meinem Nächsten ebenso friedlich, wohlgesonnen, verzeihend und barmherzig begegnen …… jedes Mal ein wenig mehr.

 

Besonders schön ist es, wenn man sein Gegenüber, den Priester, schon eine Weile kennt, mit ihm gemeinsam schon ein Stück Wegstrecke gegangen ist, wenn man gemeinsame Entwicklungsschritte festhalten kann, er Dinge einzuordnen weiß, ohne daß es jedes Mal neuer Erklärungen bedarf und er vielleicht sogar passende Rückfragen stellen kann, weil er weiß wie ich ticke und in welchen Gedankenkonstrukten ich mich bewege.

 

Meine spontanen Assoziationen sind deshalb: Freundschaft, Begegnung, Beziehung, Zärtlichkeit, Frieden, gesehen werden, Nähe, Intimität, Neuschöpfung, Gegenwart, Liebe und Vertrauen.

Dafür bin ich sehr dankbar!

 

Siehe, die Stunde kommt

Und sie ist schon da,

in der ihr versprengt sein werdet,

jeder in sein Haus,

und mich allein lassen werdet.

ABER;

Ich bin nicht allein,

den der Vater ist bei mir.

Dies habe ich zu Euch gesagt,

damit ihr in mir Frieden habt.

In der Welt seid ihr in Bedrängnis;

                                                                                             Aber habt Mut:

                                                                                             Ich habe die Welt                                                                                                     besiegt!

                                                                         Joh.16,32-33

 

 

ER will DICH, mit all Deine Fassetten –

 

Dich im Glück und in der Liebe, befreit und befähigt zum Leben!

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