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003 Diabolische Fragen

Hier wird es um Fragen um das "Böse", den Teufel und Sünde gehen. Das sind bei Weitem nicht alle Fragen, die man sich dazu stellen kann, doch die Relevanten in einem sehr netten Gespräch, daß ich führen durfte!!

 

Los geht´s!

 

An die sog. Erbsünde, Erbschuld glaube ich nicht, von ihr ist in der Bibel meines Wissens nicht die Rede.

Röm5.12 Deshalb: Wie durch einen einzigen Menschen die Sünde in die Welt kam und durch die Sünde der Tod und auf diese Weise der Tod zu allen Menschen gelangte, weil alle sündigten - 13 Sünde war nämlich schon vor dem Gesetz in der Welt, aber Sünde wird nicht angerechnet, wo es kein Gesetz gibt; 14 dennoch herrschte der Tod von Adam bis Mose auch über die, welche nicht durch Übertreten eines Gebots gesündigt hatten wie Adam, der ein Urbild des Kommenden ist. 15 Doch anders als mit der Übertretung verhält es sich mit der Gnade; sind durch die Übertretung des einen die vielen dem Tod anheimgefallen, so ist erst recht die Gnade Gottes und die Gabe, die durch die Gnadentat des einen Menschen Jesus Christus bewirkt worden ist, den vielen reichlich zuteilgeworden. 16 Und anders als mit dem, was durch den einen Sünder verursacht wurde, verhält es sich mit dieser Gabe: Denn das Gericht führt wegen eines Einzigen zur Verurteilung, die Gnade führt aus vielen Übertretungen zur Gerechtsprechung. 17 Denn ist durch die Übertretung des einen der Tod zur Herrschaft gekommen, durch diesen einen, so werden erst recht diejenigen, denen die Gnade und die Gabe der Gerechtigkeit reichlich zuteilwurde, im Leben herrschen durch den einen, Jesus Christus. 18 Wie es also durch die Übertretung eines Einzigen für alle Menschen zur Verurteilung kam, so kommt es auch durch die gerechte Tat eines Einzigen für alle Menschen zur Gerechtsprechung, die Leben schenkt. 19 Denn wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die vielen zu Sündern gemacht worden sind, so werden auch durch den Gehorsam des einen die vielen zu Gerechten gemacht werden. 20 Das Gesetz aber ist dazwischen hineingekommen, damit die Übertretung mächtiger werde; wo jedoch die Sünde mächtig wurde, da ist die Gnade übergroß geworden, 21 damit, wie die Sünde durch den Tod herrschte, so auch die Gnade herrsche durch Gerechtigkeit zum ewigen Leben, durch Jesus Christus, unseren Herrn.

 

Durch Adams Entscheidung, so zu sein wollen wie Gott, hat er die Ursünde begannen – die Abwendung von Gott, statt die Erwiderung seiner Liebe. Mit dieser Abkehr mußte der Mensch künftig auch mit den Konsequenzen leben: ICH will entscheiden und autark sein, dann erlebe ICH auch, wie Leben ohne Gott ist.

Ein Einzelner kann sich nun auch nicht mehr dagegen entscheiden. Zum einen hätte er nicht die Kraft dies durchzuhalten und zum anderen, lebt er eben nicht allein und wird somit ständig mit „sozialer“ Sünde konfrontiert – ein Geflecht in welchem wir leben. Dieses Geflecht, überhaupt die Möglichkeit in so etwas zu geraten, gab es nach Gottes Plan für uns gar nicht. Würden wir ihn als Gott alle Ehre geben und akzeptieren, gäbe und bräuchten wir dieses Geflecht nicht, in welchem wir uns selbst – jeder einzelne – immer wieder, mal tiefer, mal weniger dramatisch – verketten, verheddern und unter gehen. Als Katholik darf ich das Versöhnungssakrament in Anspruch nehmen und mich aus diesen Verflechtungen herausziehen lassen … bis ich mich erneut darin verheddere und in bekannte „Fallen“ tappe.

 

 

Satan, Teufel hat für mich etwas mit „dem Bösen“ zu tun - aber was ist das Böse??? So klar kann ich das auch nicht sagen. Und für mich ist das Böse auch nicht personifiziert. Ergo glaube ich nicht an DAS Böse, den Teufel oder Satan, selbst wenn Jesus selbst vom Satan in Versuchung gebracht werden sollte.

Die alle fallen für mich in die Kategorie „Dämonen“ und diese entspringen aus mir selbst (bzw. meinen Mitmenschen), meinen Größenideen, Egoismus, Gott gleich sein wollen, Wunsch nach Macht und Erhabenheit, Fantasie der Unverwundbarkeit etc. Und es gibt immer wieder „Dämonen“ die mich verführen wollen: Medien, Angebote, Falschinformationen, das Spiel mit meinen Wünschen und Gelüsten, Aberglaube, … welche mir dargeboten werden, nahezu hinter mir her laufen, mir Rettung, Heil und Reichtum versprechen etc.

Wie groß oder mächtig so ein Dämon ist, hängt wohl wesentlich davon ab, wie (in-)stabil ich selbst derzeit bin und damit anfällig für „Ablenkungen“. Und wenn ich nichts von Jesus weiß und unerfahren in der Welt bin, werde ich vermutlich leichtes Opfer sein.

Da Gott vollkommen gut ist und die reine Liebe, kann das Böse nicht von ihm kommen oder durch ihn geschaffen sein. Es kommt aus uns Menschen und ist deshalb auch so unbeständig, schwer zu definieren und je nach Gesellschaft anders bestimmt – menschlich eben.

Es kann immer dann entstehen, wenn wir nicht lieben (uns über andere stellen, besser sein wollen, auf unseren Vorteil aus sind, lieblos urteilen etc. – Die Liebe urteilt nicht!), ergo nicht bei oder in Gott sind. Das ist aber etwas, was wir entscheiden und tun, nicht Gott. So wie wir auch über die Ausmaße des „Bösen“ entscheiden. Es handelt sich deshalb keineswegs um einen „Gegengott“ (Dualismus) oder eine Gegenmacht.

Die Tatsache, daß wir uns im Bösen so schwach wahrnehmen und die Verantwortung dafür nicht übernehmen wollen, oft auch die Konsequenzen dafür zu spät erkennen, sorgt dafür, daß wir uns davon distanzieren wollen: DAS ist mir passiert. Da kam das BÖSE. Statt zu sagen, daß ich mich da mies entschieden habe und einen Fehler einräume. Auch das ist höchst menschlich.

Wie nun das personifizierte Böse dort hineinpasst und warum es Exorzisten gibt … sorry, da bin ich raus. Es mag sein, daß ich da eine sehr, sagen wir, optimistische Sichtweise habe. Ich glaube, daß ICH die Verantwortung für das Böse von und in mir trage. Nicht weil ich eine irgendwie geartete Macht haben möchte, sondern, weil Gott und alles was mit ihm zu tun hat GUT ist. Heißt, grundsätzlich bin ich als Mensch auch GUT. Wenn mir das Böse einfach „passiert“ oder personifiziert über mich kommt, würde das bedeuten, daß ich machtlos wäre und mein Glauben defizitär sein kann (zu wenig, falsch, ungenügend, …. Verurteilbar), das Böse also eine eigenständige Macht wäre und damit eben doch ein Gegengott, oder?

 

 

Das Adjektiv „böse“ kenne ich sehr gut aus meiner Kindheit, denn ich war mehr als oft ein böses Kind,…Sanktionen, über Tag angekündigt und abends vom Stiefvater ausgeführt. Hat aber nix genützt, ich blieb böse. Diese Art von „böse“ hängt wohl ganz entschieden von der Sozialisation in einer bestimmten Gesellschaft und dem (Un-) vermögen und Überforderungen von Erziehungsberechtigen ab, oder?

Und Du warst vermutlich nie wirklich böse, sondern schriest lautstark nach Aufmerksamkeit, danach gesehen zu werden und geliebt. Das, meine Liebe, ist das Recht eines JEDEN Kindes und doch wird es so selten erfüllt. Das tut mir leid.

 

 

Selbst Sünde = sich losreißen von Gottes Hand und Führung - ist nicht automatisch böse??? Nein! Doch in dieser „Losgerissenheit“ können mir böse Dinge widerfahren. In dem Augenblick bin ich schließlich für keine gute und liebevolle Führung und Fügung empfänglich – meine Bewertung ändert sich und das Unverständnis für die Welt wächst ggf. Zudem unterscheidet Gott und die Kirche sehr wohl ob das Begangene mutwillig erfolgte und ich mir der Konsequenzen bewußt bin: Ich begehe wissentlich und wider besseren Wissens eine sündhafte Tat, bei welcher ein Schaden entsteht und ich weiß darum bzw. muß diesen einkalkulieren. Ergo: ich will Schaden produzieren bzw. nehme diesen billigend in Kauf, z.B. aus Unachtsamkeit, Langeweile, Desinteresse, Gleichgültigkeit, ….

Die Tatsache, daß ich vielleicht ein Leben ohne Gott probieren möchte, bedeutet noch nicht automatisch, daß ich den Tatbestand der Sünde (fettgedruckt) erfülle. Doch es wird die Sünde vermutlich nach sich ziehen, da ich auch auf einen wesentlichen Teil von Liebe verzichte, auch zu meinem Nächsten. Und – wie schon gesagt – ich würde wohl Dinge, die mir passieren automatisch anders bewerten, würde nicht an Geschehnissen wachsen und sehen, wie Gott mich da durchführt, sondern das „Böse“ zunehmend erleben.

 

 

Gerade auch in der Komplet des Stundengebetes ist immer wieder vom Teufel, vom Feind die Rede. Gemeint die Versuchung durch den Teufel, den einst gefallenen Engel? Der jedoch in allem und jeden stecken kann, oder? Und sagt der „gefallene“ Engel nicht auch nur, daß er vom Grundsatz her gut und gottzugehörig war? Sich von Gott loszueisen gibt gefühlt Macht. Schon allein das Gefühl, Gott nicht zu brauchen und selbst entscheiden zu können. Doch hat Gott uns jemals in unserer Entscheidungsgewalt limitiert? Er hat lediglich gesagt, daß wir dann auch mit den Konsequenzen leben müssen.

 

(Zusatz: Bei dem „gefallenen Engel“ handelt es sich eigentlich um den Untergang Babylons Off.18)

 

Und dann stellt sich da für mich noch eine andere Frage. Hätten wir Gottes Werk, seine Liebe und das Erlösungswerk überhaupt erfahren können, wenn es nie zu diesem „Sündenfall“ durch diese Gottesabkehr gekommen wäre? Die Tatsache, daß wir uns gegen ihn entscheiden können und ein Selbst außerhalb Gottes erfahren dürfen, um dann zu spüren, daß wir doch zu diesem Großartigen, bisher Unverstanden (vielleicht auch Selbstverständlichem) gehören wollen …., ist das nicht auch Gnade?

 

Komplet: Hier geht es darum meine persönliche Erlösungsbedürftigkeit zu erfahren bzw. mir diese auch wieder zu vergegenwärtigen. Nur wenn ich in meinem Innersten verstanden habe was mit mir los ist, wo ich stehe und daß ich mich nicht selbst erlösen kann (ich kann mich ja auch nicht selbst in die Luft heben!), werde ich in der Lage sein Jesu Geschenk und Gottes Gnaden anzunehmen. Und darum geht es eigentlich: Gott in mir wirken lassen. Dafür muß ich aber wissen, daß es dieser Wirkung bedarf.

 

„… dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe; ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine große Schuld.“ Dass ich Böses getan habe - da ist wieder die Frage, was das Böse ist. Alles Lieblose in welchem ich mich selbst oder andere beschneide oder bewerte (verurteile), egal wie.

 

wenn dreimal von meiner Schuld die Rede ist, …. was mir an Sünde, an Schuld - vielleicht aber auch einfach „nur“ an Verfehlungen, Nachlässigkeiten, Lieblosigkeit bewusst geworden ist? Ob das nun eine große oder kleine „Sünde“ ist, wird Gott wohl herzlich egal sein – schätze ich. Der Punkt ist, daß ich mich gegen IHN und seine Liebe entschieden habe – egal ob in diesem Augenblick bewußt oder unbewußt (wollte z.B. mir nur mal eben fix selbst was Gutes tun).

3x, weil es die verschiedenen Dimensionen der Schuld sind (an mir, meinem Nächsten [soziale Schuld] und an Gott). Ich soll eben nicht einfach pauschal und im Vorfeld schon mal eine „Generalabsolution“ erbitten, sondern mich mit meiner Verfehlung auseinander setzten und ihren Dimensionen und Konsequenzen. Nicht um mich zu quälen, sondern um Erkenntnisse zu gewinnen, dem so Herr werden zu können und sei es durch die inständige Bitte an Gott, mich in vergleichbaren Situationen achtsamer sein zu lassen, mir beizustehen und mich lernen zu lassen.

 

 

Soweit für den Augenblick.

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