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004 Die letzten Wege....

Bereit zum Sterben bin ich noch ganz und gar nicht!!!

Du möchtest jetzt nicht sterben. Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Aber die Bereitschaft zu Sterben ist etwas ganz anderes. Die Frage ist doch, ob ich Angst habe zu sterben bzw. vor dem Tod. Was erwarte ich mit bzw. nach dem Tod? Was verbinde ich damit? Wie klar oder präsent ist mir die Endlichkeit meines Lebens? Nicht, um mich selbst zu limitieren, sondern um mich an der Fülle meines Lebens – am HABEN – wahrlich erfreuen zu können, wissend, daß diese Fülle eben endlich ist. Ist es nicht das Wissen um diese Endlichkeit, welche das Leben so unglaublich wertvoll macht? Läßt einen diese Endlichkeit nicht die Gnade Gottes erst richtig erfassen (soweit diese überhaupt menschlich erfassbar ist?). Leben in Fülle in Angesicht der Limitierungen des Lebens à Jeder Tag ist geschenkt, alle Begegnungen haben ihren Sinn und alle Umstände warten darauf, daß ich in ihnen wachse und sie gestalte.

Ich habe keine Angst vor dem Tod. Das wird der Augenblick sein sein, an dem ich Abba von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen darf, mich in seine Arme werfen darf und endlich da sein werde, wo mein bestimmter Platz ist – an seiner Seite, gesehen, geliebt, durch ihn geheiligt - selig. 😊 Mir tun nicht die Toten oder Sterbenden leid, sondern die Hinterblieben.

 

Sehr unfreiwillig mußte ich mich schon sehr früh und umfassend mit dem Tod auseinandersetzten. Spätestens seit meinem Studium und ein paar ungünstiger Ereignisse auch sehr Konkret mit meinem eigenen Tod und war zunächst erschüttert, wie „bereitwillig“ ich sterben würde. Ich WEIß, daß jeder Tag geschenkt ist und ich nur aus Gottes Gnade lebe. Das bedeutet aber eben auch, daß ich mit diesem Geschenk achtvoll umgehen möchte und es als meine Pflicht sehe, es zu LEBEN. Und das macht tatsächlich glücklich. Gott hat (meines Erachtens nach) kein Interesse daran, daß ich mich selbst mental zerfleische, an mir zweifle, unglücklich bin, in Selbstvorwürfen lebe etc.  Warum sollte ich also unglücklich sein, maximal selbstkritisch oder mich selbst limitieren. Ergo muß ich mich auch fragen: Warum halte ich mich an negativen Erfahrungen, Wut, Kränkungen und Enttäuschungen so sehr fest? Was erhoffe ich mir (unbewußt) davon?

 

Joh 16,32 Siehe, die Stunde kommt und sie ist schon da, in der ihr versprengt sein werdet, jeder in sein Haus, und mich alleinlassen werdet. Aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir. 33 Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt.

Joh 15,11 Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird.

 

Das erachte ich als meinen persönlichen auftrage. Und wenn ich das versuche zu leben – legitimiere ich „Freude“ und Leben nicht dann zugleich auch für andere??

 

Jesus ist für alle Menschen - ob Christen oder Nichtchristen - gestorben. Dadurch, dass er nicht im Tod geblieben, sondern auferstanden ist, werden auch alle Menschen auferstehen, da bin ich ganz bei Dir. …Und dann wird jeder vor Gott, dem Richter stehen - und konfrontiert werden mit dem Bild, das Gott von ihm gedacht hat, und dem, was jeder in seinem Leben daraus gemacht hat. Also die Selbsterkenntnis im Lichte Gottes? Ist es nicht genau das, was wir als Purgatorium bezeichnen? Zu erkennen, welche Geschenke Gottes ich alle ausgeschlagen habe, welche Möglichkeiten an mir vorübergezogen sind, was ich alles nicht erkannt habe, weil ich zu sehr mit mir selbst und mit meinem Ego beschäftigt war …. Ich denke, daß dies sehr schmerzlich sein kann. Doch die richtende Instanz im Lichte Gottes ist nicht Gott, sondern, das bin ich selbst – richtend, mit der neuen Erkenntnis, die mir eben erst nach dem Tod gewährt werden kann. Ja, das kann „höllisch“ sein oder meinst Du nicht?

 

Dr. Werner Kleine (er gibt die o. g. Glaubensinformationen), meint, das werde die ganz persönliche Hölle für jeden sein. Das denke ich auch. Jedoch stehen wir da direkt vor Gott. Er wird mich in seine Arme nehmen, meine Tränen trocknen und mir mit Liebe und Verständnis begegnen und mir helfen alles abzulegen, was sich selbst nicht ablegen kann. Und ja, darauf darf man sich wohl „freuen“. (...)

 

Und doch bleibt das mulmige Gefühl - wobei ich nicht so sicher bin, ob es sich auf das Sterben oder den Tod bezieht. Oder auf verschiedenen Glaubensinhalte, Gotteskräfte, …? Solange es immer wieder diese Zweifel (mulmiges Gefühl) gibt, setzt Du Dich doch sehr aktiv damit auseinander, oder? Daran kann nichts falsch sein. An unserem Gott dürfen wir uns reiben.

 

(...) Dieses Erleben, Abschied nehmen zu dürfen war mir ein unsagbares Geschenk! Das freut mich für Euch beide. Und ich kann das gut nachvollziehen. Zu Weihnachten durften wir meinen Schwiegervater „zu Tode pflegen“. Er war tatsächlich nur 6 Wochen krank und starb am 30.12.19. In diesen 6 Wochen waren wir in Göttingen bei ihm, die ganze Familie und haben gepflegt und getan, ALLE. Selbst meine Kinder hatten ihre eigenen Nachtschichten und Pflegdienste am und mit ihrem Opa. Es war das weihnachtlichste Weihnachten, daß ich mit meinen Kindern jemals hatte und meine Mäuse haben unglaublich viel dabei erlebt, erfahren, erfragt, gelernt und geliebt in dieser Zeit. Sie sind so „leuchtend“ und wissend auf der Beerdigung herumgelaufen, daß mich viele auf die drei angesprochen haben und wissen wollten, wie das von statten gegangen ist. (Mein Schwiegervater war Bürgermeister und extrem aktiv, ergo kam das GANZE Dorf!!). Meine Kids haben von sich aus auf der Beerdigung von ihren Erfahrungen und Erlebnissen erzählt und jeder eine kleine Rede gehalten – weil sie es wollten! Ohne Gottes offensichtlichen Beistandes wäre das alles niemals gegangen und das haben dann auch andere begreifen dürfen und erlebt.

 

Ok, soviel erstmal für heute.

 

 

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