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006 Göttliche Versöhnung - Beichte

Wenn das Wort "Beichte" fällt, gehen die meisten Menschen zunächst 3 Schritte zurück. Davon abgesehen, daß die Sinnhaftigkeit dieses Sakramentes in rage gestellt wird, hat niemand Lust sich selbst durch die anprangernde Brille der Defizite zu betrachten.

Doch geht es darum überhaupt??

 

 

(...): Hier ist eine Quelle meines Hochmuts, was ich nie als Hochmut definiert hätte. Ich möchte gar nicht urteilen über andere, aber ....

Diese versteckten und tiefen Unstimmigkeiten entdecken zu dürfen, betrachte ich als Geschenk. Sie wahrzunehmen, bedeutet zugleich wachsen zu dürfen und mich Gott etwas mehr zu nähren. Ist das nicht der Inbegriff von Beichte?

Nicht nahezu krampfhaft sich selbst durch eine negative Brille abfällig betrachten, sondern zu erkennen, an welchen Ecken und Enden ich Gott noch fern bin und ihn um seine Heilung und Heiligung zu bitten, wie ein Kind, daß sich Zuspruch, Verständnis und Hilfe in den Armen seiner (idealen, liebenden) Mutter erhofft.

Tatsächlich ist das „Versöhnungssakrament“ mein persönliches Lieblingssakrament. Das bedeutet nicht, daß ich da super gerne hingehe und mir nichts Schöneres vorstellen kann, als mich irgendwo emotional nackig zu machen und mich verletzlich und schamhaft betrachten und beurteilen lassen. Doch mit dem passenden Priester und OFFENHEIT auf beiden Seiten (vor allem Offenheit für Gottes Wirken), kann dort wahre Gottesbegegnung stattfinden, spürbare Heilung und Veränderung und es ist einfach aktive Beziehungsarbeit.

 

Mir ist dabei vollkommen bewußt, daß Gott davon rein gar nichts hat - in seiner Allmacht. Naja…. Vielleicht die Freude daran, daß ich es immer wieder probiere und seine Barmherzigkeit annehmen MÖCHTE. Aber mit mir macht es etwas und… spannender Weise … auch mit dem Priester.

 

Versöhnungssakrament, Beichte: DAS vermisse ich nicht! Aber Du weißt schon, daß es so etwas auch bei den Evangolen gibt, oder? Es ist eben kein Sakrament. Anderseits…. Ich fühle mich HIER (im Gespräch) auch von Gott geleitet. Damit ist es auch etwas Heiliges oder Sakramentales? (Streng theologisch genommen selbstverständlich nicht. Und doch möchte ich Gott doch in so viiieeeeelen Situationen und Gespräche wie möglich bewußt und aktiv Einlaß gewähren!) 

 

(…) ... Es handelt sich mit einiger Sicherheit um etwas Negatives, was ich gegenüber meinem Gesprächspartner aus der Welt schaffen will. Jub, aber es sollte heute weniger um die Selbstanklage und Verurteilung gehen, als vielmehr um den Wunsch nach Wachstum, Begegnung, Liebe und Neuanfang – einfach, weil Gott uns so unendlich liebt und unsere Freundschaft „sucht“.

 

Fehler sind menschlich und notwendig - aber nur dann hilfreich, wenn ich darauf schauen kann, sinnvollerweise mit einem verständigen Menschen, um ihrer Ursache auf den Grund zu kommen und Hinweise zu entdecken, was ich ändern kann. Genau so verstehe ich eben die Beichte, die Versöhnung. Ein wohlwollender, liebvoller Blick, in Güte, der auf das verunsicherte Kind gerichtet wird, um ihm die Hand zu reichen für die nächsten Schritte, die es nun allein wagen möchte.

 

Hat unser Austausch nicht auch Elemente der Beichte? Schon irgendwie, Elemente. Ich verstehe was Du meinst und kann das sofort unterschreiben. Und doch ist das Versöhnungssakrament noch deutlich mehr.

Es beginnt für mich schon mit der bewußten Vorbereitung auf ein ganz besonderes Gespräch mit Gott. Allein diese Zeit ist für mich bereits „heilig“ und ein ständiges Gespräch (reger Austausch und leiten lassen) mit Gott/ Jesus. Oft erfahre ich IHN in dieser Vorbereitung sehr konkret und deutlich, mehr noch als bei dem eigentlichen Akt. Ich suche nicht nach maximal dramatischen Vergehen, sondern schaue auf die Situationen, in denen ich nicht in Liebe war, mir Begegnungen schwergefallen sind, ich das Gefühl hatte IHN aus meinem Leben (situativ) auszuschließen etc. Und noch nicht sehr lange verstehe ich endlich, was es heißt, wenn man vom „zerknirschten Herzen“ spricht.

 

Dieses Sakrament ist nicht nur „einfach“ ein Gebet, wie ich es immer und überall führen darf – mit ihm und über ihn. Sondern da sitzt jemand, in dem Gott mir ein reales Gegenüber ist und mir sehr real, spürbar und unübersehbar begegnet. Hier darf ich lernen – als Kind Gottes und als Mensch. Speziell ich durfte in diesen Gesprächen sehr viel lernen, was mit Sicherheit den großartigen Priestern liegt, mit denen ich zu tun haben darf, besonders eben meinem bereits angesprochenen Begleiter.

 

Versöhnungssakrament: reales Gegenüber Hab ich aber nicht! Es setzt doch eine Menge Vertrauen und Zutrauen in das Gegenüber voraus, oder?

Naja, mir vertraust Du ja derzeit auch und siehst mich nicht einmal. Egal ob in der kath. oder ev. Kirche gibt es die Einrichtung des geistlichen Begleiters.

 

Häufig sind es tatsächlich Geistliche: Pastoren bzw. Priester, die über das Bistum selbst erreicht werden können. Den für sich selbst passenden zu finden, kann sich schwierig gestalten und ich gestehe, daß ich einen recht hohen Verschleiß habe. C. kenne ich nun 3 Jahre, was nicht bedeutet, daß ich mich nur mit ihm unterhalten würde oder nur zu ihm zur Beichte gehen würde. Nach einer gewissen Zeit weiß man, wer für welche Themen gut ist bzw. mit welchen Bedürfnissen ich mein Gegenüber schlicht überfordere oder persönliche Grenzen überschreite.

Und bisweilen ist es auch sehr schön, zu jemanden zu gehen, der meinen Alltag nicht mitbekommt, bei dem ich nicht kompetent sein muß/ will (in meinem Gefühl), mich kindlich gehen lassen darf und in meiner Bedürftigkeit aufgehen darf. Auch das sind Priester, die ich kenne, sie jedoch nur 1 oder 2 Mal im Jahr sehe.

Ich hatte einen sehr netten, durchaus herausfordernden Beichtpriester. Nach zwei Jahren haben sich unsere Rollen latent umgedreht und nun sind wir befreundet. Ich dürfte immer zu ihm gehen – keine Frage – aber er ist mir nun zu nah und ich weiß bei welchen Themen er rote Ohren bekommt und ich ihn besser schützen sollte. 😉 Zudem müßte ich mir die Frage gefallen lassen, wenn ich gerade treffe, ihn oder Gott?

Es darf dann Wechsel oder auch Abwechslung geben. Für diese zwei Jahre damals im sakramentalen Dienst bin ich ihm sehr dankbar - das weiß er. Und nun sind die Gespräche einfach anders, ohne daß es das Sakramentale von damals "berühren" würde.

 

Vermutlich brauchen wir, entsprechend unseres "Entwicklungstandes" auch unterschiedliche Ansprechpartner, Ansprachen und Input. Dabei geht es nicht darum wildes Hopping zu betreiben, sondern achtsam auf seine Gottesbeziehung zu schauen und darauf zu achten, was ich für eben diese gerade benötige. In diesem Sakrament möchte ich GOTT begegnen und nicht den Nachmittag mit meinem besten, menschlichen Freund verbringen.

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