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005 Erbsünde und Selbstfindung

Schuld – ererbte Schuld – Sünde –

Wie habe ich heute damit umzugehen? Komme ich aus der Nummer noch wieder raus? Ein Thema, das für viel Verunsicherung sorgen kann. Um so spannender darüber zu diskutieren und gemeinsam Antworten zu finden. Und auch dieses Mal haben wir in der geistlichen Begleitung ein paar Antwortversuche gewagt und werden sie nun hier zum Besten geben 😉

 

Erbsünde, Erbschuld… Bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit wurde mir das um die Ohren geknallt: …. dass wir per se ungenügend sind.

Religion wurde und wird leider immer wieder mißbraucht. Und sei es, um Menschen gefügig zu machen und sie zu unterwerfen. Die Vergangenheit zeigt, daß dies ja bisher auch 1a funktioniert hat.

Mich nervt dabei mehr, daß diese Begriffe so mißverständlich sind und fehlinterpretiert werden können. Und ja, wir sind „ungenügend“ und klein. Nur daß Gott dieses weiß, damit rechnet, selbst wenn er sich jeden Tag und von jedem immer noch etwas anderes erhofft. Und deshalb hat er seinen Sohn geschickt. Wir mögen nicht perfekt sein, doch er liebt uns – fertig! Und durch Jesu Kraft und Erlösungswerk sind wir nun mehr als nur genügend. Wir sind perfekt, großartig, liebenswert, einzigartig und wundervoll!

Jetzt besteht das Problem eher darin, daß wir diese Information nicht wahrhaben wollen, ignorieren oder beweisen wollen, daß es eben doch nicht so ist – fast trotzig und pubertär. Damit verstricken wir uns zwar erneut in Sünde, doch wir sind immer noch großartig und geliebt. Wir verwehren uns dabei nur selbst all die vielen tollen göttlichen Geschenke – weil wir ihn ausschließen, uns abwenden oder meinen, ihm das Wasser reichen zu können (Größenideen).

 

Nun haben sie beide (Adam und Eva) vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse gegessen - und bemerken, dass sie nackt sind und schämen sich. Das war vorher überhaupt kein Thema für sie. Sie haben sich also weiterentwickelt.

Richtig.

Deshalb gibt es auch Thesen, die sagen, daß der „Sündenfall“ das Beste war, was uns Menschen je passieren konnte. Erst durch die Trennung von Gott, durch die nun erfahrene Dunkelheit und Kälte, können wir uns selbst erfahren und feststellen, was wir zuvor gehabt haben. Solange wir Teil Gottes sind und in ihm, können wir uns selbst nicht erfahren und erleben – zumal Gott per se ALLES ist. Wie soll man da etwas erfahren, was ausserhalb von ALLEM ist?

Das weiß Gott und kennt unser Bedürfnis diesbezüglich. Er möchte uns dieser Erfahrung auch nicht berauben und auch nichts vorschreiben. Wir dürfen bei ihm sein, bleiben oder zurückkommen – doch dann bitte aus Liebe und Überzeugung, nicht weil wir nichts anderes kennen, es nicht besser wissen oder er uns wohlmöglich eingesperrt hat. Nein, er gab uns den freien Willen, mit allen damit verbundenen Konsequenzen. Das schließt aber eben auch den bewußten und entschiedenen Weg zu ihm zurück mit ein.

 

Ich denke, in meiner Lebensübergabe versuchte ich genau dies zu tun: Ich will zurück. Ich versuche wieder ein göttlicher Teil zu sein – etwas bei und in ihm. Das kann ich jedoch nicht bewirken. Das konnten auch Eva und Adam nicht, doch sie wußten nichts davon, denn es war normal, daß Gott sie „hielt“ und halten durfte. Ich dagegen empfinde Scham, will Dinge selber machen, ertrage meine eigenen „Kleinheit“ oft kaum oder will mich besser verkaufen, als ich es tatsächlich bin. Also verfalle ich (der Mensch) in Aktionismus, möchte Dinge beeinflussen, manipuliere Mitmenschen (Selbstdarstellung oder Lüge, Weglassen von Informationen, …) und versuche verzweifelt eine Kontrolle zu bekommen, die mir nie inne war.

Und Gott steht daneben, schaut sich das an – bisweilen amüsiert, manchmal unverständig oder latent genervt, meist mit maximaler Geduld – und wartet, bis wir uns ausgesponnen haben und zu ihm zurückkommen. 😉 Aber er würde uns nie etwas vorschreiben, aufoktroyieren oder ähnliches.

 

Sie haben eine göttliche Fähigkeit, nämlich die Unterscheidung zwischen Gut und Böse, erhalten - sind also als Ebenbild Gottes noch ein bisschen ähnlicher wie Gott geworden, haben sich jedoch gleichzeitig von ihm entfernt.

Weil sie nun Entscheidungen treffen und selbst unterscheiden können. Sie treten damit in eine neue Dimension der Erfahrungs- und Wahrnehmungswelt ein. Da sie sich ausserhalb Gottes erfahren wollen, entfernen sie sich. Sonst würden sie ja nichts sehen, oder? Sie müssen ein paar Schritte zurücktreten, um überhaupt etwas erkennen zu können und auch Gott als solchen erkennen zu können.

Und während er zuvor alles machen, entscheiden und wissen durfte, möchte der Mensch nun – wie ein Kleinkind – alles selbst machen. Doch dann kann Gott es nicht mehr für ihn tun, oder?

 

Gott aber nimmt sie in die Verantwortung

Gottes Pädagogik, sagt man auch dazu.

Ja, er erzieht uns sozusagen, so wie liebende Eltern dies tun. Und zwar nicht, um ihr Kind zu schikanieren und klein zu halten, sondern, damit ihnen Flügel wachsen und sie lernen selbständig zu fliegen, oder?

 

War denn der Mensch, soz. frisch von Gott geschaffen, in juristischem Sinn bereits schuldfähig?  

Ist ein Kind, daß eine teure Vase aus Versehen runterschmeißt, weil es im Wohnzimmer Fußball spielt Schuld?? Woher sollte das Kind wissen, daß ein Fußball im Wohnzimmer auch richtig Schaden anrichten kann? Und dennoch erwartet man von dem Kind, daß es kein Fußball im Wohnzimmer spielt, einfach weil ich ihm das gesagt habe, auf irgendwelche Folgen hingewiesen habe und erwarte, daß es spurt.

 

Hätte doch vorausgesetzt, dass er Gut und Böse voneinander unterscheiden kann, was er vor Genuss der verbotenen Frucht aber doch gar nicht konnte?

Deshalb hat die Entscheidung der Ureltern zwar Konsequenzen, doch wir sind als Menschheit nicht verloren. Gott hält seine Tür immer für uns offen. Wir waren nur gänzlich unfähig durch diese Tür zu treten. Ergo schickte er uns persönlich eine ganz besondere Tür – durch die wir einfach nur hindurchtreten müssen – und es doch nicht tun: Jesus – ich bin die Tür, der Weg, das Licht, … (Johanneische Ich-Bin-Worte).

 

Konnte der Mensch wirklich schon erkennen, dass er sich von Gott abwendet, wenn er sein will wie Gott?

Nein, wohl kaum. Aber so ein bißchen Fußball kann doch auch keinen 1000€ Schaden hervorrufen, oder? Oder doch? Meine PuberTIERE, meinen auch schon groß zu sein und Mama nur noch bedingt oder gar nicht zu brauchen, sind stolz auf alles was sie allein schaffen und grenzen sich ab. Heute verstehen sie noch nicht, daß sie mich damit rauswerfen und die Tür auch immer weiter schließen.

Die frühere, kindliche Vertrautheit, wird es nie mehr geben. Selbst wenn ich weiter und auch nach Jahren noch mit offenen Armen hier im Haus stehe und nur sehnsüchtig darauf warte, daß sie noch einmal vorbei kommen und ich sie in meine liebenden Arme nehmen darf, kann es nicht sein wie zuvor.

Und warum? Nicht weil ich ihnen vorwerfe, daß sie gegangen sind (hoffentlich!!!), sondern im Zweifelsfall, weil SIE wissen, daß sie gegangen sind und mich zurückgelassen haben.

Weil sie selbst schamerfüllt sind, obgleich der Prozess doch ganz normal und unaufhaltsam ist. Und weil sie deshalb einen Graben aufrechterhalten werden – einen Graben den es für mich sicher nicht geben müßte.

 

So wie auch Gott diesen nicht zwischen uns und sich haben möchte. Doch wir schnallen es einfach nicht und bleiben in dieser falschen Scham verhaftet. Ganz dumm gelaufen. Klingt das irgendwie logisch???? – Es ist ein Erklärungs- VERSUCH. Mehr kann es auch gar nicht sein. MEIN kleines Verständnis – auf meine Fähigkeiten heruntergebrochen.

 

Wenn die Kleinkinder mit dem Krabbeln und mit den ersten Gehversuchen anfangen, räumen weitsichtige Eltern alles unerreichbar weg, was kostbar oder gefährlich ist!

Bis die Eltern glauben, daß ihre Sprösslinge alt genug sind auch mit den Konsequenzen zu leben. Den ersten richtigen Werkzeugkasten hat Lennart Joel also zum dritten Geburtstag bekommen! 😊 Klar würde er sich verletzten. Doch alles andere wäre mir so vorgekommen, als würde ich mein unglaublich schlaues und großartiges Kind künstlich klein halten wollen.

 

Irgendwann müssen wir Eltern auch so mutig werden, unseren Kids etwas zuzutrauen und zulassen, daß sie ihre eigenen Erfahrungen machen dürfen – auch wenn es die Eltern oft schmerzt. Schätze, daß hat es Gott auch, als er sah, was wir für Unfug mit der freien Entscheidung angerichtet haben. Doch in seiner unglaublichen Liebe, hat er uns gewähren lassen, nie aufgegeben, uns weiter begleitet, gewartet, Hilfestellungen gegeben und als es aussichtslos erschien, uns seinen eigenen Sohn geschickt. Der liebende Vater hat seine aufmüpfigen und wissbegierigen Kinder nie allein gelassen. Immer hatte er einen liebenden Blick auf sie und konnte eingreifen, wenn es zu gefährlich würde.

 

 

Auch hier findest Du wieder sehr viel Input zum Thema „Identität“. Denn wer bist Du? Bist nicht auch Du ein von Gott unglaublich geliebtes Kind? Und während Du versucht hast Dein Ding zu machen, Dich auch abgewandt hast, latent vom Weg abkamst …. Hat er in der Zeit nicht weiterhin geduldig auf Dich geschaut und gewartet?

Und nun ist sein geliebtes Kind (Du) auf dem direkten Weg zu ihm – zurück in seine Arme, schon längst in Sichtweite …. Das wollte er doch von Anfang an.

 

Wie freudig wird er dich gerade wohl erwarten? Wie liebevoll ist sein Blick, wie weit aufgespannt seine Arme, um Dir entgegen zu rennen??? Wer bist Du? Wer bist Du vor oder für Gott? Ist das nicht die alles entscheidende Frage? DAS ist dann auch die Frage nach der persönlichen Berufung: Wie hat Gott Dich gedacht und wie kannst Du das leben?

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